Psoriasis - einige Informationen zu einer chronischen Erkrankung

Manche Patienten haben viele kleinfleckige Herde an der gesamten Haut, andere leiden an chronischen, über Jahre hinweg gleichmäßigen bestehenden Plaques an wenigen Körperstellen. Neben der veranlagungsbedingten Erkrankungsbereitschaft sind verschiedene Auslöser wie Infekte, mechanische, physikalische oder chemische Reizungen der Haut, innere Erkrankungen, Medikamente oder auch psychische Faktoren für die Ausprägung der Krankheit verantwortlich. 1 bis 2 % der Bevölkerung sind betroffen. Die Psoriasis ist in Deutschland eine der häufigsten Hauterkrankungen. Sie kann in jedem Alter erstmalig auftreten, wobei allerdings eine Ersterkrankung in früher Kindheit oder bei sehr alten Menschen selten ist.
Man unterscheidet verschiedene Formen der Psoriasis. Einige sind:
Psoriasis vulgaris (häufigste Form), Psoriasis inversa (Befall von Beugeseiten des Körpers, Achsel- und Genitalregion), Psoriasis arthropathica (ausgeprägte Gelenkbeteiligung)

1. Basis-Therapie: Zu Beginn einer Behandlung der Schuppenflechte steht oft das Ablösen der Schuppen, z.B. mit Salicylsäure. Bei geringem Befall können Teerpräparate oder Schieferöle eingesetzt werden. Das klassische äußerliche Mittel bei der stationären Behandlung ist Dithranol, welches seit über 80 Jahren in der Dermatologie eingesetzt wird und eine gute Wirksamkeit hat. Als neuere, gut wirksame Präparate haben sich die Vitamin D3-Analoga und die topischen Retinoide erwiesen. Mitunter ist der Einsatz von äußerlichen Kortisonpräparaten für einen kurzen Zeitraum sehr effektiv. Es ist wichtig, dass Irritationen der Haut durch beengende Kleidung, Kontakt mit Chemikalien, Sonnenbrände, starke Hautaustrocknung und Verletzungen vermieden werden. Eine spezielle Diät zur Therapie der Schuppenflechte gibt es nicht. Viele Patienten berichten über eine Verschlimmerung nach scharfen Gewürzen oder Alkohol.

2. UV-Bestrahlung: Während früher lediglich reine UV-A- oder UV-B-Bestrahlungen, ggf. kombiniert mit Sole-Bädern, zur Verfügung standen, haben die technischen Entwicklungen in letzter Zeit zu einer erheblichen Erweiterung der Therapiemöglichkeiten geführt. Einen besonderen Stellenwert hat die PUVA-Therapie. Hierbei handelt es sich um eine Bestrahlungsform, der eine Einnahme oder äußerliche Anwendung einer lichtempfindlich machenden Substanz vorausgeht. So kann hohe Dosen der UV-Bestrahlung einsparen. Während früher die lichtempfindlich machende Substanz nur in Tablettenform zur Verfügung stand, kann die Anwendung heute auch äußerlich in einer Creme erfolgen (Creme-PUVA-Therapie). Vorteile: Kaum noch Nebenwirkungen auf innere Organe, keine höhere Lichtempfindlichkeit der Augen.

3. Innere Therapie: Wenn die Kombination aus den vorgenannten Therapiemöglichkeiten keinen ausreichenden Behandlungserfolg zeigt oder die Schwere der Erkrankung dies erforderlich macht, sollte die Möglichkeit einer inneren (systemischen) Therapie erwogen werden. Dabei wird in vielen Fällen berücksichtigt, dass eine systemische Therapie von einer äußerlichen begleitet wird, um die Wirksamkeit zu erhöhen und die Dosis des systemischen Medikaments so gering wie möglich zu halten. Die Wahl des Präparates, die Wirkungen und mögliche Nebenwirkungen werden wir gegebenenfalls vor Therapiebeginn ausführlich mit Ihnen besprechen. Die Therapie erfolgt stets in Abstimmung mit dem Hausarzt.
Das Spektrum der innerlich angewendeten Schuppenflechten-Medikamente umfasst die
Fumarsäureester (Fumarate), die Retinoide, Methotrexat und Cyclosporin. Biologics sind biotechnologische hergestellte Medikamente. Ihre Wirkstoffe können auf natürlichem Wege in die Wirkung der Zellen des Immunsystems eingreifen und körpereigene Regulationsprozesse nachahmen. Die Behandlung der Psoriasis mit Biologics beruht auf Erkenntnissen zur Krankheitsentstehung der Schuppenflechte. Man versucht durch gezielte Veränderungen der Funktion von Zellen direkt bei der Entstehung der Krankheit einzugreifen. Biologics sind in Deutschland seit 2004 verfügbar und für schwere Formen der Schuppenflechte vorgesehen, die anderweitig kaum oder gar nicht behandelbar sind.

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